Heiße Köpfe bei Nestlè [Update]
Wenn es derzeit bei einem Konzern in der Online-Abteilung hoch hergeht, dann bei Nestlé. Der deutsche Food-Riese wird zurzeit derart auf sämtlichen Social Media Kanälen angegriffen, wie es bisher...
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Das iPad dürfte zum eBook-Killer werden, bevor dieses sich überhaupt durchsetzen konnte. Wer will schon schwarz-weiß lesen, wenn mit iPad (und WePad, um auch gleich die deutsche Konkurrenz zu nennen!) eine unglaublich farbenfrohe und dynamische Geschichtenerzählung möglich ist. Dies zeigt beispielsweise Alice im Wunderland:
Es gibt mittlerweile viele richtig gute Videos, die die erstaunlichen Zahlen rund um Social Media präsentieren. Ein neues Video, ebenfalls toll:
Doch gerade diese Fakten sind es, die eine Art “Social Media Goldrush” auslösen und so manches Unternehmen eher kopflos in die Social Media steuern lässt. Zu der Problematik eine gute Präsentation für Fortgeschrittene:
Forrester bietet ein interaktives Tool, das die Erstellung von sogenannten Technografic Profiles von bestimmten Zielgruppen erlaubt. Einfach Alter, Geschlecht und Land auswählen:
Um die einzelnen Kategorien besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf folgende Forrester Präsentation:
Wie stark manche Marken im Kopf der Menschen verankert sind, lässt sich leicht testen. Man sagt einfach, dass es das Produkt nicht mehr gibt. Eine schon etwas ältere Kampagne von BurgerKing, der WhopperFreakOut:
Die Reaktionen zeigten vor allem einen absoluten Unglauben, viel Entsetzten, tiefe Traurigkeit, mentale Verwirrung und Hilflosigkeit. Fantastisch! Die Mini-Site dazu kann sich auch sehen lassen und gibt noch mehr Videos und das making-of preis: www.whopperfreakout.com
Wenn es derzeit bei einem Konzern in der Online-Abteilung hoch hergeht, dann bei Nestlé. Der deutsche Food-Riese wird zurzeit derart auf sämtlichen Social Media Kanälen angegriffen, wie es bisher sicherlich beispiellos ist. Zwar ist Greenpeace für rabiate Aktionen bekannt, doch meistens beschränkte sich dies auf einzelne Kampfansagen, wie Schnellboote gegen Wahlfischer oder Transparente auf Kuppeln von Kernkraftwerken.
Von vorn – es begann mit dem YouTube-Spot:
Meist sind ist der Ablauf bei altbekannten Social Media Katastrophen (aus Sicht der Unternehmen) mit der ersten Reaktion des Unternehmens determiniert. Die erste Reaktion des Konzerns war es hier, die Videos löschen zu lassen. Doch das dies nur einen negativen Aufschrei triggert und erst recht die Verbreitung fördert, ist klar. Der PR-Blogger Klaus Eck zieht hier den sogenannten Streisand-Effekt heran.
Greenpeace schöpft im Folgenden viele Kanäle von Social Media aus, um eine breite Zielgruppe und einen maximalen Buzz zu erreichen. Es gibt eine Micro-Site, Twitter quillt mit Kommentaren und Retweets über, die Facebook-Seite von KitKat hat zwar über 700.000 Fans (also bereits vor der Anti-Kampagne treue Markenfans!), ist jedoch überfüllt mit Hinweisen zur Problematik und Links aufs Video.
Was tut Nestlè? Nichts. Die Frage ist vielleicht auch, ob Nestlè überhaupt eine Chance hatte. Zu Beginn der Palmöl-Kampagne von Greenpeace waren viel zu wenige Social Media Tools von Nestlé installiert, um in der jetzigen Situation überhaupt eine Stimme zu haben. So wurde der Twitter-Account nicht wirklich benutzt, es gibt gerade mal 8 Follows und 86 Tweets. Die Nestlè-Fanpages und KitKat-Pages auf Facebook scheinen Geisterstädte zu sein, die jetzt natürlich von den negativen Kommentaren überfüllt werden. Das Beispiel macht deutlich, dass nicht das nachhaltige und aktive Engagement für Marken in Social Media nicht nur Awareness und Kundenbindung schafft, sondern auch gerade in PR-Krisen und Angriffen eine Gegenantwort überhaupt erst möglich macht. Vielleicht folgt nun eine Pressemitteilung oder eine Mitteilung auf der offiziellen Nestlé-Homepage. Doch eine Antwort auf Augenhöhe, in den Social Media Tools, kann und wird es so nicht geben.
Der erst kürzlich angekündigte Fair-Trade-Beitritt von Nestlé und die geplanten 70 Millionen investierte Euro sind im Sinne des Marketings schon jetzt sicherlich wieder auf dem Prüfstand. Denn schon bald sollte das Wiedergewinnen der Konsumenten mal wieder (nach verseuchtem Milchpulver und unlauterer Werbung in Afrika) ganz oben auf der Agenda stehen… Und für andere Konzerne ist dies ein Beispiel, wie man ohne Social Media Tools solchen Anti-Kampagnen hilflos ausgeliefert ist.
[UPDATE]
Ein paar neue Reaktionen seitens Nestlé – die KitKat-Fanpage auf Facebook wurde kurzerhand gelöscht. Diese Seite hatte immerhin an die 800.00 Fans, soweit ich mich nun nur noch erinnern kann Ein großes Potential, was somit klanglos aufgegeben wurde. Eine weitere Reaktion auf der offiziellen Nestlé-Facebookseite:
Anscheinend der Versuch, den viralen Virus etwas einzudämmen, indem die Verwendung des Logos in Profilen “verboten” wird. Anstatt die Diskussion nun zu suchen oder die Community zu einer Art Brainstorming zum Thema Palmöl einzuladen, wird wieder irgendwas Autoritäres ausgerufen.
So entstand sogar eine Art “Diskussion”:
Ohne dem Verantwortlichen für Facebook bei Nestlé persönlich nahe zu treten, immerhin ist Social Media für Konzerne kein “einfaches” Medium, aber…. *sigh
Nach einigen Wochen ohne Beiträge geht es nun endlich wieder los – da ich auch im Zuge der ersten Recherchen für meine Diplomarbeit nahezu täglich auf Interessantes rund um Social Media und allerlei Virales stoße.
Bei den zahlreichen Plattformen, die mittlerweile große Reichweiten erzielen, verliert man schnell den Überblick. Eine Übersicht zu zielgruppenaffinen Seiten liefert der Social Media Planner von der Agentur INPROMO und liefert hübsch aufbereitet die Ergebnisse. Dabei lassen sich die Seiten nach demografischen und aktivitäts- oder reichweitenbezogenen Kriterien filtern.
Seit der Einführung von Windows 7 im Oktober letzten Jahres hat Microsoft eine umfangreiche Imagekampagne gestartet. Das neue System sei einfacher zu bedienen, der Zugriff auf Fotos, Musik und Dokumente würde vereinfacht, die Verbindung zu externen Geräten sei einfacher… so wird es auf der Homepage des Herstellers kommuniziert (siehe: Entdecke Windows 7). Das Wörtchen “einfach” ist das neue Schlagwort.
Um diese Botschaft an potentielle Kunden zu bringen, wurden auf einer Fülle von besuchsstarken Sites statische und animierte Banner geschalten. Auf www.zeit.de war heute folgender folgender Skyscraper zu sehen:
Zu sehen ist ein Typ, der aussieht als wäre er einer Krimiverfilmung entsprungen (siehe auch den Hintergrund) und sich selbst zitiert:
“Macht es einfacher.” Sein Resümee darauf: “Jetzt ist es einfacher. Na, das war ja einfach.”.
Fühlt man sich von diesem geistreichen Monolog angezogen und möchte man unbedingt mehr über diesen sag-mir-was-und-ich-mache-es-Zusammenhang herausfinden, klickt man auf jetzt entdecken und erblickt auf der Site von Windows 7 folgenden Rectangle:
Hier schaut einen dann ein Mädel an und meint:
“Ich bin ein PC. Und Windows 7 war meine Idee”
Ok, wenn ein Customer sich gegenüber dem Hersteller äußert (auf welchem Wege auch immer) und auf Verbesserungs- bzw. Vereinfachungsbedarf einer Software hinweist, dann kann man das ja noch nachvollziehen – auch wenn hier nie ein so direkter Zusammenhang ersichtlich wird, wir oben beschrieben. Es kann sogar animieren selber aktiv zu werden.
Wenn aber ein User (und das Mädel des Banners macht ja den Eindruck, als wäre sie ein normaler User) sagt, Windows 7 sei seine Idee, dann ist das schon weniger glaubwürdig. Die Identifikation “Ich bin ein PC” ist auch weit hergeholt, wenn auch nichts neues. Seit Jahren schon wirbt Konkurrent Apple mit seinen Mini-Spots “I’m a Mac and I’m a PC”. Allerdings sagen das zwei Personen in den Spots, die die Produkte beider Hersteller personifizieren und karikieren – und nicht normale User, die bis auf die Knochen in den Produkten aufgehen.
Für mich wird die kommunikative Leitidee von einem einfacheren und schlankeren System, die ja durchaus mit dem Produkt an sich übereinstimmt und wenig kognitive Dissonanz hervorruft, nur schlecht in entsprechend kommunizierte Botschaften transformiert und büsst dadurch viel Schlagkraft ein. Die Glaubwürdigkeit der Slogans könnte gesteigert werden, indem ein weniger abstrakterer Bezug zum User gewählt werden würde.
Was sagen unsere Leser dazu?
Hier noch einer der zahlreichen begleitenden Werbespots von Microsoft:
Heute ist es wieder so weit – Apple veröffentlicht ein neues Produkt, das sicherlich total innovativ und toll sein wird. Aber wieso sind diese Events gerade bei Apple immer wieder begleitet von einem allgemeinen medialen Hype, der bei anderen Unternehmen in der Form nie auftritt? Nun, das liegt sicherlich an der großen Fan-Gemeinde, auch Apple-Jünger genannt. Aber es wird auch intendiert. Es ist kein Zufall, dass immer wieder einzelne Details, Gerüchte, unscharfe Fotos oder irgendwelche Produktnamen in Blogs und Tweets auftauchen. Apple forciert diese undichten Stellen – die Risse in der Nicht-Informationsstrategie sind gewollt. Das war schon lange meine Vermutung und vor einigen Wochen gab es eine Aussage vom ehemaligen Apple Marketing Chef Martellaro, dass die Informationen in Bruchstücken extrem gezielt und sensibel ausgestreut werden. Die Ziele dabei:
to light a fire under a recalcitrant partner
to float the idea of the $1,000 price point and gauge reaction
to panic/confuse a potential competitor about whom Apple had some knowledge
to whet analyst and observer expectations to make sure the right kind and number of people show up at the (presumed) event. Apple hates empty seats and demands SRO at these events.
Er geht sogar so weit:
The way it works is that a senior exec will come in and say, “We need to release this specific information. John, do you have a trusted friend at a major outlet? If so, call him/her and have a conversation. Idly mention this information and suggest that if it were published, that would be nice. No e-mails!”
So sind dann auch einzelne Tweeter (Jason) zu erklären, die tatsächlich das neue Tablet in Gebrauch haben. Andere Unternehmen haben auch die Chance erkannt, diesen starken Buzz zu erzeugen und versuchen sich ebenfalls in einer Art Leaking-Strategy. So hat Google seinen Mitarbeitern das neue Nexus One einige Wochen vor der Veröffentlichung in die Hand gegeben. Daraufhin wurde natürlich heftig getweetet und gebloggt.
Neben dem Potential im Marketingbereich ist Augmented Reality auch im Gaming ein großer Hoffnungsträger – schließlich lässt es uns mit der Realität interagieren anstatt rein virtuell zu spielen. Die Japaner sind bekannt für technische Vorreiterschaft, anders ist auch das folgende Video nicht zu erklären. Ein sogenanntes ArtToolKit wurde genutzt, um Distanzen und Objekte (den Kampfroboter ‘Raiden‘) auf dem Display erkennen zu lassen. Wie man sieht funktioniert dies sehr gut, selbst wenn die Kamera aus einem extrem schiefen Winkel (die Hand vor der “Pistole”) gehalten wird. Und das Ende vom Video lässt erahnen, wie viel Spaß diese Entwicklungen noch bringen werden! …
Consumer Behaviour
"Involvement: Die Ich-Beteiligung bzw. das gedankliche Engagement und die damit verbundene Aktivierung mit der sich eine Person einem Sachverhalt oder einer Aktivität zuwendet." Kroeber-Riel Weinberg
Event-Marketing "
Veranstaltungen: personendominant erstellte Dienstleistungsangebote mit begrenzter zeitlicher Nutzenstiftung, die unter raumzeitlicher Integration mehrerer Nachfrager abgegeben werden. Quelle: Wochnowski, H.: Veranstaltungsmarketing